Thom[as] Weiß

survey
innovation

„the doing of new things or the doing of things that are already done, in a new way“

Wie bei allen Innovationen, geht es auch bei Survey-Innovationen nicht immer darum, das Rad neu zu erfinden. Oft können bestehende Methoden, Verfahren, Prozesse oder Messinstrumente modifiziert, optimiert oder in neuer Kombination eingesetzt werden. Oder die bestehenden Instrumente benötigen eine neue technologische Basis, um in neuen Medien eingesetzt werden zu können. Das schließt komplett neue innovative Ansätze selbstverständlich nicht aus. 

In Abgrenzung zur Survey-Methodologie ist die Aufgabenstellung der Survey-Innovation übergreifender und weiter gefasst. So liegt der Fokus nicht auf der Untersuchung von Fehlerquellen bzw. deren Vermeidung, Minimierung oder Korrektur, sondern vielmehr in der Konzeption neuer Verfahren und/oder Kombinatorik bereits bestehender Verfahren zur Messung sozialwissenschaftlicher Sachverhalte. Derartige neue Verfahren oder neue Kombinationen müssen dann surveymethodologisch evaluiert werden. So weit möglich werden bereits bei der Entwicklung surveymethodologische Aspekte berücksichtigt. 

Websurvey

Online-Erhebungen sind aus der sozialwissenschaftlichen Forschung nicht mehr wegzudenken. Diese stellen jedoch, obwohl längst etabliert, hinsichtlich der Befragungsinstrumente weiterhin kontinuierlich eine Herausforderung dar, da sie sich nicht mehr nur – wie noch in den 2000er Jahren – auf Desktop-PCs beschränken. Der Zugriff auf Webinhalte findet inzwischen über die verschiedensten Gerätetypen statt, weshalb auch von Mixed-Device-Surveys gesprochen werden muss. infas erweitert kontinuierlich seine Expertise, verschiedene Endgeräte bei der Entwicklung und Umsetzung von passenden Erhebungsinstrumenten zu berücksichtigen und optimal einzusetzen.

Mixed-Mode

Es waren selige Zeiten 1952, als René König das persönlich-mündliche Interview noch zum „Königsweg der praktischen Sozialforschung“ (König 1957) erklärte. Tempi passati, in den 80er Jahren überholt das Interview per Telefon die aufwendige Vorort-Befragung. Ab dem Jahr 2000 wurde mit der Online-Befragung ein neuer Königsweg prognostiziert. Nun wird heute keinesfalls nur online erforscht, die anderen Methoden sind durchaus relevant geblieben. Denn die Zeit des einen Königswegs ist vorbei. Heute führen „viele Wege nach Rom“ – um im Bild zu bleiben. 

KI

Noch ist es ein Zukunftsszenario, aber perspektivisch werden fremdadministrierte Interviews ohne (menschliche) Interviewer denkbar sein. So schreiten die Entwicklungen von Sprachassistenten und damit verbunden künstlicher Intelligenz immer weiter und schneller voran. Lassen sich derartige Systeme auch für die Interaktion „Interview“ nutzen? Würden derartige Ansätze von potenziellen Befragten überhaupt akzeptiert? Aber auch mit Blick auf selbstadministrierte Erhebungsmethoden wäre vorstellbar in Form von Avataren eine Assistenz während der Befragung anzubieten. Wie müssten derartige Avatare gestaltet werden? Welche Aufgabe könnten solche Avatare überhaupt übernehmen? Hier schließen sich an die enormen technischen Herausforderungen eine Reihe methodischer Fragen an, die es systematisch zu untersuchen gilt.

Die Befragung per Video

Videotelefonate und -konferenzen haben sich spätestens seit Corona als digitale Kommunikationsform im beruflichen und privaten Alltag etabliert. Auch in der empirischen Sozialforschung blieb diese Entwicklung nicht unbeachtet und Befragungen per Video erweisen sich als gute Alternative zu den klassischen interviewer- oder fremdadministrierten Erhebungsmethoden. 

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